Weltmarkt
Nach Erdöl ist Kaffee auch heute noch das zweitwichtigste Rohprodukt
auf dem Weltmarkt. Die Hauptanbaugebiete ( Anbau) befinden sich in Lateinamerika,
Afrika und Asien und trotzdem leben 85% der Kaffeetrinker in den westlichen
Industrieländern. Jährlich werden ungefähr 6,6 Millionen Tonnen
Kaffee produziert. Das Wetter und die damit in Verbindung stehende Produktionsmenge
sowie deren Qualität haben nebst Spekulationen einen grossen Einfluss
auf den Weltmarktpreis. Die Leidtragenden dieser meist immensen und unterschiedlichen
Preisschwankungen sind die Plantagenbesitzer, sowie deren Angestellte. Fällt
die Ernte gut aus und sind entsprechend grosse Mengen an Rohkaffee auf dem
Markt, sinkt der Kilopreis erheblich. Dies versuchen die Plantagenbesitzer
meist mit der Vernichtung grossen Mengen von Rohkaffee, selbst in den Griff
zu bekommen. Verlaufen die Ernten schlecht, so steigt zwar der Rohkaffeepreis,
doch die Kleinbauern verdienen dann entgegen aller Erwartungen nicht besser,
da die verkauften Mengen einfach zu gering sind. Zudem sind viele Kaffeebauern
hoch verschuldet, um diese bezahlen zu können, versuchen sie ihren Kaffee
so schnell wie möglich zu verkaufen. Die Zwischenhändler ziehen aus
dem Zeitdruck der Kaffeebauern einen Vorteil und kaufen den Bauern das Rohprodukt
schnell, aber zu äusserst niedrigen Preisen ab. So verdienen die Kaffeebauern
meist zu wenig und leben unter dem Existenzminimum, müssen Kredite aufnehmen,
um ein Jahr später das genau gleiche noch einmal zu durchleben.
|