Kaffee als Lifestyleprodukt
Stellte der Genuss von Kaffee früher ein
Privileg der Reichen und Mächtigen
dar, war teuer, fremd und vor allem rar, so gilt er heute alles andere als
selten und kostbar. Doch Kaffee wird schon lange nicht mehr nur getrunken,
sondern mit Hilfe von vielen verschiedenen Aromen zum wahren Lifestyleprodukt
gemacht. Die Zeiten des normalen Kaffees wie er früher genossen wurde,
sind entgültig vorbei. Mit immer neuen Aromen und Werbeideen buhlen die
Nahrungsmittelhersteller um ihre Kunden. Dabei spielt das orientalisch, würzige
Heissgetränk nicht eine minder grosse Rolle. Heute wird es nicht mehr
nur heiss, sondern auch kalt, bzw. in gefrorener Form konsumiert. Alles kalter
Kaffee sagen sie? Das wissen sie bereits alles? Nun ja in der Tat ist Eiskaffee
und dergleichen seit längerem bekannt. Doch niemand weiss, was in den
nächsten Jahren an Kaffeeprodukten auf den Markt kommen wird.
Bereits jetzt überschwemmen immer wieder neue Produkte den Weltmarkt.
Vom Kaffee-Energydrink, bis hin zu kaltem Espresso zum Schütteln ist alles
existent. Mit Ideenreichtum lässt sich aus Kaffee wirklich eine Menge
zubereiten. Und genau diese Marktlücke wurde von grossen Konzernen wie
Nestlé, Jakobs, Emmi, etc. genutzt. Zusätzlich zu den neuen Kaffeemixgetränken
entstanden auch neue Kaffeemaschinentypen. Diese arbeiten mit ganz speziellen,
eigens auf die Maschine abgestimmten Produkten.
Ein gutes Beispiel bietet hierfür das Nespresso-System von Nestlé.
Das mahlen, ja sogar das Kaufen von Kaffeepulver erübrigt sich mit diesem
System. Das Pulver wird maschinell direkt in Aluminiumkapseln eingefüllt,
festgedrückt und mit einer Folie versiegelt. Diese sogenannte Kaffeebombe
wird nun zu Hause direkt in die Kaffemaschine eingesetzt, als Resultat erhält
man einen vollaromatisch, köstlich duftenden Kaffee. Die Methode garantiert
eine sehr saubere Zubereitungsart, der Kaffeesatz bleibt im Aluminiumbecherchen
zurück und kann ohne Dreck entsorgt werden. Zudem sind sehr viel verschiedene
Sorten und Stärken erhältlich, also ist für jeden Geschmack
etwas dabei. Doch dieses System arbeitet und funktioniert wie oben bereits
erwähnt ausschliesslich mit den dafür vorgesehen Kapseln. D.h. man
ist verpflichtet dieses direkt beim Hersteller zu beziehen, doch dies geschieht
bequem über die Post. Aber wie Sie sicher bereits bemerkt haben, hat der
Hersteller damit ein Monopol, wodurch er die Preise für seinen Kaffee
beliebig hoch ansetzten kann. Dieses Beispiel ist auch bei Gilette (Hersteller
von Nassrasieren und Rasierklingen) ersichtlich. Die Firma hat sich bis zur
Spitze in der Branche gemausert und hält nun das Monopol auf dem Weltmarkt.
Die Preise der Produkte sind darauf schlagartig und auf unergründliche
Weise in die Höhe geschnellt. Ist Ihnen das etwa nicht selbst aufgefallen
(es sei denn sie besitzen keinen Nassrasierer)? Doch wenden wir uns noch einmal
dem System von Nestlé (Nespresso) zu: Täglich werden Hunderte dieser
Alubecherchen weggeworfen, umwelttechnisch gesehen sich nicht die beste Lösung,
man denke an Papierfilter (die schliesslich kompostiert werden können).
Wie Sie sicherlich wissen, benötigt die Herstellung (Aluminium kommt in
der Umwelt nicht gediegen vor, d.h. es muss aus Erzen extrahiert werden) und
Bearbeitung von Aluminium sehr viel Energie. Zudem sind die Kaffeekapseln nicht
gerade die günstigste Variante um an guten Kaffee zu kommen.
Doch lassen wir uns überraschen, was die Nahrungsmittelindustrie in ferner
Zukunft in Sachen Kaffee noch zu bieten hat. Auf jeden Fall haben viele dieser
Produkte den Kaffeekonsum zu einem wahren Kult gemacht.
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