Verschiedenen Zubereitungsarten von Kaffee
Dieses Kapitel befasst sich mit den verschiedenen Zubereitungsmethoden für
Kaffee:
Im Laufe der Jahre haben sich für dieses köstliche und wohlmundende
Heissgetränk sowohl immer wieder neue Arten der Herstellung entwickelt,
als auch durchgesetzt. Einige davon werden Ihnen sicherlich bekannt sein, während
Ihnen andere eher fremd erscheinen mögen.
Handfilterung und klassische Filter-Kaffeemaschine
Die in unseren Breitengraden sicherlich am meisten verbreitete Zubereitungsmethode
stellt die klassische Herstellung mittels Filter-Kaffeemaschine oder der Handfiltrierung
dar. Dabei wird das Kaffeemehl (meist mittelfeine Mahlung) in einen Papierfilter
gegeben und langsam mit heissem Wasser übergossen. Dabei sickert das beigefügte
Wasser langsam durch das Pulver bis zum Grund des Filters, um anschliessend
von einer Kanne aufgefangen zu werden. Das Ergebnis dieser Methode hängt
allerdings von zwei relevanten Bedingungen ab, durch welche . Die erste stellt
die Brühtemperatur dar, welche im Idealfall um die 95 Grad C betragen
sollte. Die zweite ebenfalls sehr wichtige Sache ist die Beschaffenheit des
Filters, (Dieser besteht heute meist aus Papier, während die älteren
Filter auch in Stoff erhältlich waren. Jedoch gilt es zu beachten, dass
die heutigen Papierfilter nur einmal verwendet werden können, während
ihre Vorgänger aus Stoff für mehrere Zubereitungen verwendet wurden.)
da er nebst seiner Dicke auch eine Geschmacksneutralität aufweisen muss.
Die Dicke des verwendeten Filters beeinflusst sowohl die Stärke, als auch
das Aroma des fertigen Kaffees. Bei der Filtration mit Papierfiltern können
unter Umständen erhebliche Teile der Emulsion, also der aromatischen Öle
zurückgehalten werden. Diese geben dem Getränk sein Aroma und den
unnachahmlich, einzigartigen Geschmack. Aufgrund dieser Tatsachen befindet
sich ein weiteres Filtermodell auf dem Markt, der Metallfilter. Kaffee-Gourmets
bevorzugen ihn wegen seiner Geschmacksneutralität und ausgezeichneten
Brüheigenschaft.
Der Hauptvorteil von Filterkaffeemaschinen liegt bei der konstant bleibenden
Brühtemperatur und Durchflussmenge um jederzeit gleichbleibende Ergebnisse
zu erzielen.
Kannenaufguss und Pressstempelmethode
Die althergebrachte Methode einen ausgezeichneten Kaffee mit vollem Aroma
und guter Fülle zuzubereiten. Dabei wird das Kaffeemehl einfach in eine
Kanne gegeben und mit kochendem Wasser übergossen. Die Brühzeit hängt
mit dem Ausmahlungsgrad der Bohnen zusammen und beträgt abhängig
davon zwischen drei und fünf Minuten. Abschliessen wird das fertige Getränk
durch einen Filter in das Glas geseiht um den Kaffeesatz zurückzuhalten.
Eine weitere Methode den Satz abzutrennen besteht in der Pressstempelmethode.
Dabei ist ein Stempel in die Kanne eingelassen, welcher nach der Zubereitung
den Satz auf dem Boden zurückbehält.
Vakuum-Zubereitung
Eine weitere Kaffeezubereitungsmethode funktioniert nach dem Vakuum Prinzip.
Im unteren Teil einer Kanne (bspw. der klassischen Espresso-Herdkanne) wird
das darin vorhandene Wasser erhitzt, wodurch im oberen Teil des Gerätes
ein Vakuum entsteht. Durch den entstandenen Unterdruck im unteren Abschnitt
des Gefässes steigt das siedende Wasser nun nach oben, wobei es das Kaffeepulver
im oberen Teil durchläuft. Das fertig durchgelaufene Wasser wird nun oben
als fertiges Getränk aufgefangen. Das Ergebnis dieses Brühvorgangs
ist einem Espresso in gewisser Weise ähnlich, jedoch fehlt dem so zubereiteten
Kaffee aufgrund des drucklosen Brühvorgangs die obenauf schwimmende Crema.
Espresso-Methode
Eine sehr weit verbreitete Brühmethode stellt nebst dem Filterkaffee
auch die Espressozubereitungsart dar. Dabei wird heisses Wasser mit einem Druck
von 9 bis zu 15 bar durch eine festgedrückte Schicht aus feinstem Kaffeemehl
gepresst. Die Brühtemperatur liegt mit 88–94 ºC etwas niedriger
als bei den anderen Brühmethoden. Seinen unverwechselbaren Charakter erhält
der Espresso durch die Kombination von Druck und Hitze. Dadurch werden Duftstoffe
und wasserlösliche Aromastoffe in das heisse Wasser extrahiert, bei diesem
Vorgang entsteht eine Emulsion (kleinste Tröpfchen von aromatischen Ölen
in Wasser, welche sie jedoch nicht damit vermischen können). Nur bei korrekter
Zubereitung erhält man am Ende des Brühvorgangs (siehe Unterkapitel
Vakuum-Zubereitung) die espresso-typische Schaumdecke (Crema), welche aus feinsten
Luftbläschen besteht.
Türkischer Mokka
Um einen echten türkischen Kaffee zuzubereiten wird feines Kaffeemehl,
Zucker und Wasser (diese Reihenfolge gilt es einzuhalten) in ein Kännchen
gegeben. Das speziell dafür vorgesehene Messing- oder Kupferkännchen
wird Ibrik genannt, seine spezielle Optik wird durch den langen Griff hervorgerufen.
Diese Mischung lässt man nun kurz aufkochen, da das Getränk zu starkem
Aufschäumen neigt. Türkischer Kaffee wird erst nach dreimaligem Aufkochen
serviert und traditionell mit Kardamom leicht gewürzt. Wird die Brühzeit
jedoch überschritten, kann das Getränk zur Überextraktion neigen,
dadurch neigt es sehr schnell zu Bitterkeit.
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