layout_graphic
layout_graphic layout_graphic layout_graphic
layout_graphic
layout_graphic   English Hilfe Glossar layout_graphic
layout_graphic
layout_graphic
layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic
layout_graphic layout_graphic
layout_graphic layout_graphic
layout_graphic
layout_graphic Geschichte
layout_graphic
layout_graphic Pflanzenkunde
layout_graphic
layout_graphic Anbau
layout_graphic
layout_graphic
layout_graphic Geschichte
layout_graphic Anbaugebiete
layout_graphic Ernte
layout_graphic Aufbereitung
layout_graphic Lagerung
layout_graphic
layout_graphic Verarbeitung
layout_graphic
layout_graphic Genuss
layout_graphic
layout_graphic Wirtschaft
layout_graphic
layout_graphic Gesundheit
layout_graphic
layout_graphic Interaktiv
layout_graphic
layout_graphic Diverses
layout_graphic
layout_graphic
DruckansichtHier klicken, um eine Druckversion des Artikels zu sehen

Kaffeeanbau und Ernte früher und heute

xxx
lupe espresseria.de
layout_graphic
Bevor Kaffee einen höheren Stellenwert als Weizen oder gar Kohle einnahm, lief der Anbau unter wesentlich günstigeren Bedingungen ab. Die Anpflanzungen erfolgten unter grösster Vorsicht und Perfektion, immer darauf bedacht eine möglichst lang lebende und widerstandsfähige Pflanze zu züchten. Der Boden wurde bei weitem nicht so stark belastet wie es heute der Fall ist. Deshalb hatte dieser also genug Zeit sich wieder zu erholen, bzw. zu regenerieren. Dieses Problem wird übrigens auch aus unserer heutigen Landwirtschaft und Bodennutzung ersichtlich. Zudem wurden die Kaffeekirschen erst abgeerntet, wenn sie wirklich ihre tiefrote Farbe und Reife erreicht hatten. Heute gibt es jedoch zwei Erntungsverfahren, bei der ersten, welche sich als wesentlich kostenintensiver herausstellt, werden die Kirschen auch erst dann geerntet, wenn sie ihre absolute Reife erreicht haben. Da sich diese Methode jedoch wie bereits geschrieben als sehr kostspielig herausstellt, bezogen auf den Zeitaufwand der Arbeitskräfte aber auch die Erntezeit, welche somit natürlich um einiges verlängert wird, findet sie heute nur noch wenig Anklang. Auch der Ernteertrag spielt in unserer heutigen Wirtschaft eine entscheidende Methode, dieser fällt jedoch bei obig erwähnten Methode wesentlich geringer aus, rein objektiv von der Menge aus betrachtet.
Um diesem zeitaufwändigen Ernteverfahren entgegen zu wirken wurde eine zweite, wesentlich schnellere und vor allem günstigere Methode entwickelt, die Kirschen ihren Pflanzen zu entlocken. Dabei wird in einem Durchgang die gesamte Menge an Kaffeekirschen einer Plantage abgeerntet, dabei kann es selbstverständlich vorkommen, dass sich einzelne Früchte als weniger reif erweisen. Was früher viele Hände erledigen mussten, wurde zum Teil bereits automatisiert, so sind auf einigen Kaffeeplantagen bereits Pflückmaschinen im Einsatz. Doch wie schon so oft erbringen auch Maschinen nicht immer eine bessere und schneller Lösung, technische Geräte müssen stets gewartet werden um ein einwandfreies Funktionieren gewährleisten zu kommen. Sie werden jetzt sicherlich sagen, dass es immer noch schneller und günstiger kommt, als dutzende von Arbeitskräften einzustellen. Doch sie werden sich täuschen, denn es gibt zwei wesentliche Gründe nicht auf von Menschenhand ausgeführte Arbeit zu verzichten: Die Pflückmaschinen ernten zwar den gesamten Baum ab, hinterlassen aber dabei in den gepflückten Kirschen einen richtigen Unrat von abgefallenen Blättern und eventuell verdorbenen Früchten, nebst allerlei kleinem Geäst und diese müssen wiederum von Menschenhand aussortiert werden. Ein zweiter Punkt ist selbstredend die Gewährleistung von genügend Arbeitsplätzen, zumal die Arbeitskräfte meist einen sehr minderen Lohn für ihre Arbeit, welche sie meist bei brütender Hitze auf den Plantagen verrichten müssen.
Wo wir doch gerade bei Arbeitskräften sind, erlauben wir uns schnell einen Abschweifer in die Vergangenheit zu machen. Am Anfang des Kaffeeanbaus war die Bezahlung der Feldarbeiter kein Problem, jeder wurde gut für seine getane Arbeit entschädigt, zusätzlich arbeiteten die Leute aus freien Stücken auf den Plantagen. Doch mit dem Aufkommen des Kaffees in dutzenden von Ländern, ja sogar ganzen Kontinenten wie z.B. Europa, wurden von den Kolonien, welche nun die Überhand im Anbau des Kaffees hatten, mehr und mehr Sklaven zur Feldarbeit eingesetzt. Ihr einziges Recht war zu arbeiten, auch wurden sie mit der immer grösser werdenden Nachfrage an Rohkaffee zunehmend schlechter behandelt.
xxx
lupe transfair.org
layout_graphic
Doch zum Glück ist heute wieder der ursprüngliche Zustand eingetreten, nun ja nicht ganz. Sicherlich werden die Feldarbeiter teilweise nicht gut bezahlt und müssen für einen Hungerlohn arbeiten, doch hier kommen Stiftungen wie beispielsweise Max Havelaar ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass die Arbeitskräfte auf den Plantagen einen fairen Lohn erhalten und die Preise für Rohkaffe einen konstant gleich hohen Preis behalten, falls dies möglich ist. Zusätzlich wird dadurch eine Abnahmegarantie für die Rohprodukte gewährleistet.
Nach dieser kleinen Ergänzung wenden wir uns noch einem letzten, wichtigen Thema in Sachen Anbau von Kaffee zu. Pesti- und Insektizide haben auch auf den Plantagen ihren festen Platz gefunden. Heute werden diese chemischen Schädlingsvernichter nicht mehr nur im eigenen Garten oder im Obstanbau verwendet, sondern eben auch beim Kaffeeanbau. Mit diversen nicht gerade ungefährlichen Chemikalien soll dem Befall durch Schädlinge entgegengewirkt werden. Nach einigen Jahren aber, so sollte ihnen bekannt sein, werden sie immun gegen diese Gifte (vor allem bei Insekten verändert sich das Erbgut ziemlich schnell in Folge solcher toxischen Substanzen) und es muss ein neues Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden. Dies führt sicher mitunter zu einer erhöhten Bodenbelastung und Verringerung unserer Artenvielfalt. Während früher immer wieder neue Pflanzen miteinander gekreuzt wurden, um sie widerstandsfähiger gegen Krankheiten zu machen (unser Weizen ist übrigens eine Kreuzung aus vielen primitiven Wildeingräsern), so wird dem heute einfach mit Chemikalien entgegengewirkt. Ein Beispiel für solch eine Kreuzung wollen wir ihnen mit diesem einfachen Beispiel erläutern: Im Ursprung konnte eine voll ausgewachsene Coffea (also die Kaffeepflanze oder Kaffeebaum) eine Höhe von bis zu sechs Metern Höhe erreichen. Da sich das Ernten auf solch einer Höhe in der Baumkrone als wesentlich schwierig herausstellte, begann man kleinere Arten zu züchten. Dies geschah wie bereits erwähnt durch Kreuzung verschiedener anderer günstiger Arten (im Übrigen soll der Kaffeestrauch mit unserem Waldmeister verwandt sein). So erreicht unsere heutige Kaffeestaude nur noch eine bescheidene Höhe von ca. zwei bis drei Metern.
Doch viele Kaffeebauern pflanzen ihren Kaffee natürlich und ohne Zusatzstoffe an, also weitgehend biologisch, doch dies ist weniger auf den sich unaufhaltsam auf dem Vormarsch befindenden Biotrend zurück zu führen, als eher auf alte Tradition. Um dem Missbrauch von Düngemittel entgegenzuwirken, sind bereits Kriterien für den weltweiten Kaffeeanbau erlassen worden, damit sich jeder mit diesem heiss und wohl duftenden Getränk zurücklehnen kann, ohne sich immer Sorgen über dessen Inhaltsstoffe machen zu müssen. Wir sehen also, dass sich in den letzten paar hundert Jahren viele Sachen in und um den Anbau verändert haben. Viele Dinge haben sich während dieser Zeit verbessert, andere jedoch leider zum schlechten gewendet. Womit wir sagen wollen, dass sicher für den Menschen Verbesserungen eingetreten sind, was Anbau und Arbeit auf den Plantagen betrifft, jedoch auf Kosten unserer Umwelt.

layout_graphic layout_graphic
layout_graphic layout_graphic   layout_graphic top Top layout_graphic layout_graphic
layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic layout_graphic

Impressum