Der Kaffeestrauch mausert sich zur Kolonialware
Als die Nachfrage des „grünen Goldes“ (so wird der Kaffee
vor seiner Röstung auch genannt) immer weiter stieg, lockte das Geld,
wie schon so oft. Wussten doch die südarabischen Plantagenbesitzer von
ihrer Vormachtsstellung in Sachen Kaffeeanbau und Export, begannen sie die
die Keimfähigkeit der Bohnen zu vermindern, bevor diese zum Verkauf feilgeboten
wurde. Damit wollten sie verhindern, dass die Käufer selbst Pflanzen ziehen
konnten und dieses eventuell auch noch verkaufen würden, dies geschah
indem man die Bohnen mit heissem Wasser übergoss.
Doch auch diese vergeblichen
Versuche scheiterten grösstenteils, zudem die Kolonialmächte im Laufe
des 17. Jahrhunderts mit Ausnahme von Frankreich begannen das wertvolle Gut
auszuführen, um es in ihrer Heimat heimisch zu machen. Die Vorreiterrolle
spielte in dieser bereits zum Konkurrenzkampf ausgearteten Situation Portugal
und Spanien. Die Gewinne aus dem Handel mit Waren der Gewürzinseln waren
innert kürzester Zeit märchenhaft hoch geworden. Um mit diesen beiden
Grossmächten konkurrieren zu können, gründeten die Niederländer
im Jahre 1602 die Ostindische, rund 19 Jahre später, also 1621 die Westindische
Kompanie.
Deren Aufgabe es mit Hilfe von sehr viel Geld und Schiffen war, die
spanisch-portugiesische Vorherrschaft auf den Weltmeeren zu brechen. Der Anbau
in Sri Lanka 1658 und auf den Inseln Indonesiens 1699, begann mit in Amsterdam
kultivierten Kaffeepflanzen. Im Jahre 1715 gelang auch endlich den Franzosen
der Anbau von Kaffeesträuchern auf der Insel Haiti. Mit Hilfe einer ungemeinen
Summe an Sklaven, welche umso menschenunwürdiger behandelt wurden, je
grösser die Erträge aus der Kaffee- und Zuckerproduktion wurden;
konnte die Insel um das Jahr 1791 fast die Hälfte des Weltbedarfs dieser
beiden grundlegenden Güter abdecken, bzw. beliefern.
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